Eine Wärmepumpe ist wie ein Auto: Sie braucht Treibstoff. Dieser Treibstoff ist Strom. Doch während Benzin an jeder Tankstelle fast gleich viel kostet, gibt es beim Strom riesige Unterschiede.
Ihre neue Wärmepumpe zum Bestpreis!
Viele frischgebackene Wärmepumpen-Besitzer machen einen teuren Fehler: Sie lassen die neue Heizung einfach über ihren normalen Haushaltsstrom laufen. Das Ergebnis? Eine unnötig hohe Stromrechnung.
In diesem Ratgeber von waermepumpe-kaufen24.de zeigen wir Ihnen, wie Sie mit einem speziellen Stromtarif für Wärmepumpen (Heizstrom) Ihre Betriebskosten um bis zu 30% senken können – und was es mit den neuen Netz-Regeln (§14a EnWG) auf sich hat.
Was ist ein Wärmepumpentarif eigentlich?
Energieversorger unterscheiden zwischen zwei Arten von Strom:
- Haushaltsstrom: Für Licht, TV, Kühlschrank. (Teuer, ca. 30–40 Cent/kWh).
- Heizstrom (Wärmepumpenstrom): Speziell für Heizungen und Wallboxen. (Günstiger, ca. 20–28 Cent/kWh).
Warum ist Heizstrom günstiger? Der Staat und die Netzbetreiber wollen die Stromnetze stabil halten. Wenn Sie dem Netzbetreiber erlauben, Ihre Wärmepumpe in absoluten Spitzenlastzeiten (wenn alle kochen und fernsehen) kurzzeitig etwas zu drosseln („Netzdienliche Steuerung“), belohnt er Sie dafür mit reduzierten Netzentgelten. Da die Netzentgelte ein großer Teil des Strompreises sind, sinkt Ihr Tarif deutlich.
Die Bedingung: Der zweite Zähler (Getrennte Messung)
Um den günstigen Stromtarif für Ihre Wärmepumpe zu nutzen, müssen Sie meistens nachweisen, wie viel Strom exakt in die Heizung fließt. Dafür gibt es zwei Messkonzepte:
Konzept 1: Gemeinsame Messung (Ein Zähler)
Die Wärmepumpe läuft über denselben Zähler wie der Haushaltsstrom.
- Vorteil: Kein Platzbedarf für zweiten Zähler, keine zweite Grundgebühr.
- Nachteil: Sie zahlen für alles den meist teureren Haushalts-Tarif (manche Versorger bieten hier Mischkalkulationen an, aber diese sind selten attraktiv).
Konzept 2: Getrennte Messung (Zwei Zähler) – Unsere Empfehlung!
Sie installieren einen zweiten, separaten Stromzähler nur für die Wärmepumpe.
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- Vorteil: Sie zahlen für den Heizstrom den extrem günstigen Wärmepumpentarif (z.B. 22 Cent statt 35 Cent).
- Nachteil: Sie zahlen eine zweite Grundgebühr (ca. 80–120 € pro Jahr) und brauchen Platz im Zählerschrank.

Rechnet sich der zweite Zähler? (Der Break-Even-Point)
Das ist die wichtigste Frage. Lohnt sich der Aufwand und die zweite Grundgebühr? Hier ist die Faustformel von waermepumpe-kaufen24.de:
Ein separater Wärmepumpentarif lohnt sich meist ab einem Verbrauch von ca. 2.500 kWh pro Jahr.
Beispielrechnung:
- Haushaltsstrom: 35 Cent/kWh
- Wärmepumpenstrom: 25 Cent/kWh (Ersparnis: 10 Cent pro kWh)
- Zweite Grundgebühr: 100 € pro Jahr
Szenario A (Passivhaus, wenig Verbrauch): Verbrauch 1.500 kWh x 0,10 € Ersparnis = 150 € gespart. Abzüglich 100 € Grundgebühr = 50 € Gewinn. (Kaum der Rede wert).
Szenario B (Altbau/Standardhaus): Verbrauch 4.500 kWh x 0,10 € Ersparnis = 450 € gespart. Abzüglich 100 € Grundgebühr = 350 € Gewinn pro Jahr!
Update 2026: Die neue Regelung (§14a EnWG) – Dimmen statt Abschalten
Früher hatten viele Angst vor der sogenannten „EVU-Sperre“. Der Netzbetreiber konnte die Wärmepumpe bis zu 3x täglich für 2 Stunden komplett hart abschalten. Das führte oft zu Komfortverlusten oder erforderte große Pufferspeicher.
Die gute Nachricht: Seit 2024 gilt eine neue Regelung (§14a EnWG). Der Netzbetreiber darf die Anlage nicht mehr komplett abschalten. Er darf sie im Notfall (Netzüberlastung) nur noch dimmen.
Heizkosten senken: Finden Sie den besten Preis!
- Der Wärmepumpe wird eine Mindestleistung von 4,2 kW garantiert.
- Das reicht für fast alle modernen Wärmepumpen aus, um das Haus weiter warmzuhalten.
- Ein großer Pufferspeicher ist deshalb oft nicht mehr zwingend nötig.
Dafür erhalten Sie im Gegenzug eine pauschale Reduktion der Netzentgelte (Modul 1) oder eine prozentuale Reduktion auf den Arbeitspreis (Modul 2).

Für PV-Besitzer: Die „Kaskadenschaltung“ (Der Profi-Tipp)
Wenn Sie eine Photovoltaikanlage haben, stehen Sie vor einem Dilemma:
- Wollen Sie den günstigen Wärmepumpenstrom aus dem Netz? (Braucht 2. Zähler).
- Oder wollen Sie Ihren eigenen Solarstrom nutzen? (Muss am Hauptzähler hängen).
Die Lösung heißt Kaskadenmessung. Dabei werden die zwei Zähler hintereinander geschaltet.
- Der Solarstrom fließt erst zu den Haushaltsgeräten, dann zur Wärmepumpe.
- Wenn keine Sonne scheint, zieht die Wärmepumpe den günstigen Tarif aus dem Netz.
Hinweis: Das ist technisch etwas aufwendiger, aber finanziell die Königsklasse. Sprechen Sie Ihren Elektriker auf „Messkonzept 8“ oder „Kaskade“ an.
Schritt-für-Schritt: So wechseln Sie in den günstigen Tarif
- Zählerschrank prüfen: Haben Sie noch einen „Zählerplatz“ frei? Wenn nicht, muss der Schrank evtl. erweitert werden (Kostenfaktor!).
- Vergleichsrechner nutzen: Gehen Sie auf Check24 oder Verivox und wählen Sie „Heizstrom“ aus. Vergleichen Sie die Preise in Ihrer Region.
- Anmeldung beim Netzbetreiber: Ihr Installateur muss die Wärmepumpe beim Netzbetreiber als „Steuerbare Verbrauchseinrichtung“ (§14a) anmelden. Das ist Pflicht für den günstigen Tarif.
- Zähler setzen lassen: Der Messstellenbetreiber installiert den zweiten Zähler.
Übersicht: Normalstrom vs. Wärmepumpenstrom
Damit Sie auf einen Blick sehen, wo die Unterschiede liegen, haben wir diese Tabelle für Sie erstellt:
| Vergleichspunkt | Normaler Haushaltsstrom | Wärmepumpenstrom (Heizstrom) |
|---|---|---|
| Preis pro kWh (ca.) | 35 – 40 Cent | 22 – 28 Cent |
| Grundgebühr | Nur 1x Grundgebühr | Zusätzliche Grundgebühr (ca. 100€/Jahr) |
| Zähler | Ein Zähler für alles | Separater Zähler nötig |
| Netzdienliche Steuerung | Keine Eingriffe | Dimmung bei Netzüberlastung (§14a) |
| Geeignet für | Wenig-Verbraucher (< 2.500 kWh) | Viel-Verbraucher (> 2.500 kWh) |

FAQ: Häufige Fragen zum Stromtarif
Kann ich den Anbieter für Heizstrom frei wählen? Ja, absolut. Genau wie beim Haushaltsstrom können Sie den Anbieter wechseln (z.B. Vattenfall, E.ON, Stadtwerke), sobald Ihre Vertragslaufzeit endet. Achten Sie darauf, dass der Anbieter „Heizstrom“ anbietet.
Was ist ein Zweitarifzähler (HT/NT)? Früher gab es Hochtarif (Tag) und Niedertarif (Nacht). Man versuchte, nachts zu heizen („Nachtspeicherheizung“). Bei modernen, gut gedämmten Häusern und trägen Fußbodenheizungen lohnt sich das kaum noch. Ein einfacher Eintarifzähler für Wärmepumpenstrom reicht meist aus.
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Kann ich auch nachträglich einen zweiten Zähler einbauen? Ja. Wenn Sie merken, dass Ihre Stromkosten zu hoch sind, können Sie jederzeit einen Elektriker beauftragen, den Zählerschrank umzubauen und einen zweiten Zähler zu beantragen.
Verschenken Sie kein Geld
Wer eine effiziente Wärmepumpe mit teurem Haushaltsstrom betreibt, fährt mit angezogener Handbremse.
Ein spezieller Stromtarif für Wärmepumpen ist der einfachste Hebel, um die Betriebskosten dauerhaft niedrig zu halten. Zwar kostet der zweite Zähler eine kleine Grundgebühr, aber bei einem typischen Einfamilienhaus sparen Sie am Ende fast immer mehrere hundert Euro pro Jahr.
Sie wollen wissen, ob Ihr Zählerschrank dafür geeignet ist? Lassen Sie sich von unseren Partner-Fachbetrieben beraten. Starten Sie jetzt Ihre Anfrage auf www.waermepumpe-kaufen24.de.
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Dipl.-Ing. Luvin Silberast ist Experte für Energie- und Gebäudetechnik. Mit seinem Fachwissen auf waermepumpe-kaufen24.de hilft er Hausbesitzern, die effizientesten Heizsysteme für eine nachhaltige Zukunft zu finden.