Wenn der Heizungsbauer sagt: „Für Ihr Haus brauchen wir eine Hochtemperatur-Wärmepumpe“, meint er damit: Ihre Heizkörper sind zu klein für normale 55°C. Sie brauchen 65°C oder sogar 75°C, damit es im Winter gemütlich wird.
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Lange Zeit war das ein Problem. Doch 2026 gibt es zwei Technologien, die dieses Versprechen halten. In der linken Ecke: Bosch mit der radikalen Umstellung auf das Kältemittel Propan (R290). In der rechten Ecke: Daikin mit der legendären Altherma 3 H HT, die speziell für hohe Temperaturen entwickelt wurde.
In diesem Experten-Vergleich von waermepumpe-kaufen24.de lassen wir Marketing-Sprüche außen vor. Wir analysieren SCOP-Werte, Lautstärke und die Zukunftsfähigkeit der Kältemittel. Welches System ist Ihr Geld wert?
Bosch Compress 5800i
VS.
Daikin Altherma 3 H HT
Deutschland gegen Japan: Wer hat die bessere Lösung für alte Heizkörper?
R290 (Propan) Kältemittel (Zukunftssicher)
ab 28.000 € Preis (inkl. Einbau)
R32 Kältemittel (Standard)
ab 30.500 € Preis (inkl. Einbau)
Der technische Schlagabtausch
| Kriterium | Bosch (Der Herausforderer) | Daikin (Der Platzhirsch) |
|---|---|---|
| Temperatur (Altbau) | 75°C (Besser für Gussradiatoren) | 70°C (Sehr gut) |
| Kältemittel | R290 (Natürlich, PFAS-Frei) | R32 (Synthetisch) |
| Lautstärke (Außen) | Sehr leise (Silent Mode) | Extrem leise (Flüster-Ventilator) |
| Design | Technisch / Modern (Metall/Glas) | Wohnlich (Schwarzes Gitter-Design) |
| Preis-Tendenz | Etwas günstiger | Premium-Segment |
Das Experten-Fazit: Wer gewinnt?
Wählen Sie Bosch (5800i), wenn: Sie maximale Zukunftssicherheit suchen. Durch das Kältemittel R290 sind Sie von kommenden EU-Verboten (PFAS) nicht betroffen. Zudem sind die 75°C Vorlauftemperatur ein Lebensretter für sehr alte Heizkörper.
Wählen Sie Daikin (Altherma 3), wenn: Design und Akustik an erster Stelle stehen. Die Daikin-Außeneinheit sieht eher aus wie ein Design-Möbelstück als wie eine Heizung und ist akustisch oft noch einen Hauch angenehmer. Allerdings nutzt sie noch R32.
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1. Die Kandidaten im Profil
Der Herausforderer: Bosch Compress 5800i AW (R290)
Bosch hat den Markt 2024/25 mit dieser Serie aufgerollt.
- Das Konzept: Ein Monoblock, der das natürliche Kältemittel R290 (Propan) nutzt.
- Die Leistung: Schafft 75°C Vorlauf allein durch den Kompressor.
- Der Vorteil: R290 hat thermodynamische Eigenschaften, die hohe Temperaturen sehr effizient ermöglichen. Zudem gibt es 5% Extra-Förderung.
Der Platzhirsch: Daikin Altherma 3 H HT (R32)
Daikin war der Pionier der Hochtemperatur-Wärmepumpen. Die „H HT“ (High High Temperature) ist eine Ikone.
- Das Konzept: Ein Split-Gerät (meistens) mit einer speziellen Doppel-Einspritz-Technologie am Kompressor.
- Die Leistung: Schafft 70°C Vorlauf bis -15 Grad Außentemperatur ohne Heizstab.
- Der Vorteil: Das Design. Die Außeneinheit mit dem schwarzen Gitter gilt als die schönste am Markt.

2. Technik-Duell: Kältemittel und Zukunftssicherheit
Hier gibt es einen klaren Gewinner in puncto „Zukunft“.
- Bosch (R290): Propan ist natürlich. GWP (Global Warming Potential) = 3. Es fällt unter keine F-Gase-Verordnung. Es ist zukunftssicher für die nächsten 20 Jahre.
- Daikin (R32): Die Altherma 3 H HT nutzt R32. GWP = 675. Das ist zwar moderner als das alte R410A, wird aber durch die EU-Verordnungen langfristig ebenfalls unter Druck geraten (Phase-Down). Daikin zieht zwar mit R290-Geräten nach, aber die klassische „H HT“, die oft angeboten wird, ist noch eine R32-Maschine.
Punkt für Bosch: Wer heute investiert, sollte auf R290 setzen, um bei zukünftigen Kältemittel-Nachfüllungen oder Reparaturen auf der sicheren Seite zu sein.
3. Design & Lautstärke: Das Auge hört mit
Hier scheiden sich die Geister.
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- Daikin: Die Altherma 3 H HT ist berühmt für ihr Design. Ein großer, schwarzer Ventilator, der sich langsam dreht, verdeckt durch horizontale Lamellen. Sie sieht weniger nach „Maschine“ und mehr nach „Architektur“ aus.
- Bosch: Die 5800i (Metall) und 6800i (Glas) sind ebenfalls schick, wirken aber etwas technischer („deutscher“).
Der Lautstärke-Test: Beide Hersteller spielen in der „Silent League“.
- Bosch: Setzt auf den „Sound Diffuser“ (interne Umlenkung).
- Daikin: Setzt auf einen riesigen Ventilator, der extrem langsam dreht und dadurch leise ist.
- Ergebnis: Subjektiv wird die Bosch oft als etwas angenehmer (weniger brummend) empfunden, besonders im kritischen Tieftonbereich. Aber beide Geräte sind für Reihenhaussiedlungen geeignet.

4. Effizienz im Härtefall (Bei 65°C Vorlauf)
Jetzt wird es physikalisch. Wie viel Strom verbrauchen die Geräte, wenn sie wirklich heißes Wasser machen müssen?
Wir vergleichen Datenpunkte bei A-7/W65 (Außen -7°C, Wasser 65°C).
- Bosch (R290): Dank Propan bleibt der COP hier oft noch bei ca. 2,0 bis 2,1.
- Daikin (High Injection): Durch die spezielle Kompressor-Technik hält Daikin die Leistung extrem stabil. Der COP liegt ebenfalls bei ca. 2,0 bis 2,2.
Analyse: Daikin hat bei der reinen Leistungserhaltung (Kapazität) oft die Nase vorn. Das Gerät bricht bei Kälte kaum ein (kein Leistungsverlust bis -15°C). Bosch muss eventuell etwas früher den Heizstab zuschalten oder höher drehen. Aber: Bosch holt dies durch die bessere Effizienz in der Übergangszeit (bei 35-45°C Vorlauf) oft wieder auf.
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5. Preis & Installation
- Bosch: Als Monoblock ist die Installation hydraulisch aufwendiger (dicke Rohre nach draußen, Kernbohrung), aber kältetechnisch simpel (kein Kälteschein nötig).
- Preis: Hardware oft etwas günstiger.
- Daikin: Als Split-Gerät sind nur dünne Kältemittelleitungen nötig. Das ist bei engen Kellern ein massiver Vorteil.
- Preis: Daikin positioniert sich als Premium-Marke oft etwas teurer in der Anschaffung.

Der König des Altbaus
Das Urteil in unserem Hochtemperatur Wärmepumpe Test:
- Der Vernunft-Sieger: Bosch Compress 5800i AW. Wegen des Kältemittels R290, der höheren Förderung und des dichten Kundendienst-Netzes ist Bosch für deutsche Hausbesitzer aktuell das sicherere Paket.
- Der Spezialisten-Sieger: Daikin Altherma 3 H HT. Wer Platzprobleme hat (Split nötig) oder besonderen Wert auf Design legt, bekommt mit der Daikin eine Maschine, die auch bei sibirischer Kälte stoisch ihre Leistung hält.
Wichtig: Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe ist kein Freibrief für schlechte Dämmung. Auch diese Geräte verbrauchen bei 70°C Vorlauf viel Strom. Tauschen Sie trotzdem die kleinsten Heizkörper aus, um auf 55-60°C runterzukommen. Das spart Ihnen hunderte Euro pro Jahr.
❓ FAQ: Fragen zur Hochtemperatur-Technik
Verbraucht eine Hochtemperatur-Wärmepumpe extrem viel Strom?
Aber: In der Realität brauchen Sie diese Hitze nur an 10-20 Tagen im Jahr (bei -10°C). Den Rest des Winters läuft auch eine Hochtemperatur-WP effizient bei 45-55°C. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) liegt oft trotzdem bei guten 3,5.
Gibt es Daikin auch mit R290?
Kann ich alte Rippenheizkörper behalten?
Wirtschaftlich ist es aber oft sinnvoller, zumindest die Heizkörper in den Haupträumen (Wohnzimmer, Bad) gegen modernere Typ-22 oder Typ-33 Plattenheizkörper zu tauschen. Das senkt die nötige Vorlauftemperatur und spart Strom.
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Dipl.-Ing. Luvin Silberast ist Experte für Energie- und Gebäudetechnik. Mit seinem Fachwissen auf waermepumpe-kaufen24.de hilft er Hausbesitzern, die effizientesten Heizsysteme für eine nachhaltige Zukunft zu finden.